Berichte von Gabriela Bonin
Als sie 2002 nach Ligurien zog, hatte sie erst ein Kind und war noch fest in Zürich verankert. Inzwischen hat Gabriela Bonin in Levanto Wurzeln geschlagen, ist Mutter von drei Töchtern und kümmert sich um die Inhalte von myliguria. Die Schweizer Journalistin berichtet in diesen Kolumnen auf dem italienischen Lifestyle-Portal go-Italy und hier auf myliguria über ihr Familienleben in Norditalien.
Weitere Texte und Website von Gabriela Bonin.
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Für den Wiederaufbau der zerstörten Dörfer: Die deutsche Autorin Dorette Deutsch und der österreichische Fotograf Wolfgang Krammer haben einen Solidaritäts-Kalender realisiert.
Wer im Ausland weilte und via Presse und Internet nach Ligurien schaute, fühlte sich ohnmächtig. Ich fragte mich ziemlich ratlos, wie ich den Einheimischen helfen könnte: Am 25. Oktober gingen sintflutartige Regenfälle über Ligurien nieder und haben Schlamm- und Gerölllawinen ausgelöst: Vernazza, Monterosso (zwei der bekannten Cinque-Terre-Dörfer), einige Dörfer im Hinterland, und (einige Tage später auch) Genua wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen... |
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Es gibt eine Form von Glück, die man der ganzen Welt zurufen will. Zum Beispiel: „Ich, Mario, bin heute Vater geworden...! Evviva!“ oder „Emma ist geboren! Das schönste Mädchen auf Erden!“ |
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Es braucht innerlich nur einen kleinen Schalter. Man klickt mental darauf, wechselt von einer Kultur zur anderen – und schon geht alles viel leichter. Dieses Klick-Gefühl überkam mich kürzlich bei einem italienischen Kindergeburtstag. Eine solche "Festa di compleanno" läuft in der Regel so ab: Die mit der Organisation der Party zuständige Mutter ist sich dessen zwar nicht gewahr, aber sie handelt nach einem festen, ungeschriebenen Ritual: Ablauf des Festes, Angebot der Speisen und Getränke sind stets identisch... |
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Machen wir doch mal eine Liste der besten Dinge in Italien: Dieses Land hat den besten Kaffee der Welt, das eleganteste Design, die berühmtesten Modeschauen, das kinderliebste Volk, die erotischsten Autos, die leckerste Küche...
Es gäbe noch viel mehr der Superlative – leider auch auf Negativ-Liste... |
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„Donnerstag ist künftig Früchtetag“ ruft meine 10-jährige Tochter freudig und schmeisst Ihren Schulranzen in die Ecke. Die Lehrerinnen verlangen neuerdings, dass die Kinder jeweils am Donnerstag für Ihre Zwischenmahlzeit Obst mitbringen.
Seit die Kids vor Jahren in die Schule eingetreten sind, ernähren sie sich in den Pausen von Zucker- und Fettbomben: Die einen Mütter geben ihnen Pizzette mit Cola mit, die anderen setzen auf Öl-triefende Focaccia mit Eistee oder auf Chips mit gezuckerten Säften... |
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Durchaus: Die Sommermonate haben ihren Reiz. Doch wenn all die Sonnenanbeter in Vergnügungslaune an die Küste schwappen, dann gleicht Ligurien einer Affäre auf Raten: Zwei, drei Wochen pro Jahr begehrt man es. Das mag sexy sein, aber bis zum Herz reicht so eine Liaison nicht... |
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Sie pilgern von einer Vernissage zur nächsten, von Event zu Event; sie treffen wichtige Leute, erledigen wichtige Dinge – in ihrer Stadt, dem Zentrum der Welt.
Meine Stadt war mal Zürich, die kleine Weltstadt, die alles zu bieten hat, bloss kein Meer. Nun lebe ich am Meer, in einem Provinznest... |
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Wir kennen das vom Sport her: Wenn die einen jubeln, jammern die anderen. Keine Gewinner ohne Verlierer. So verhält sich das nun auch mit dem Schulbeginn, der in diesen Tagen in Italien ansteht. „Uffa, die Schule...!“ jammern sie nun millionenfach, die Schulkinder.
Es ist ein harter Wechsel für sie alle, denn in Italien sind die Sommerferien nicht einfach eine Pause vom gewohnten Alltag – hier stellen sie einen Paradigmen-Wechsel dar: Über drei lange Monate hinweg treten die Kinder in einen anderen Status über – in den Ich-will-Unterhaltung-Status... |
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Es braucht innerlich nur einen kleinen Schalter. Man klickt mental darauf, wechselt von einer Kultur zur anderen – und schon geht alles viel leichter. Dieses Klick-Gefühl überkam mich kürzlich bei einem italienischen Kindergeburtstag. Eine solche "Festa di compleanno" läuft in der Regel so ab: Die mit der Organisation der Party zuständige Mutter ist sich dessen zwar nicht gewahr, aber sie handelt nach einem festen, ungeschriebenen Ritual: Ablauf des Festes, Angebot der Speisen und Getränke sind stets identisch...
Machen wir doch mal eine Liste der besten Dinge in Italien: Dieses Land hat den besten Kaffee der Welt, das eleganteste Design, die berühmtesten Modeschauen, das kinderliebste Volk, die erotischsten Autos, die leckerste Küche...
Es gäbe noch viel mehr der Superlative – leider auch auf Negativ-Liste...
„Donnerstag ist künftig Früchtetag“ ruft meine 10-jährige Tochter freudig und schmeisst Ihren Schulranzen in die Ecke. Die Lehrerinnen verlangen neuerdings, dass die Kinder jeweils am Donnerstag für Ihre Zwischenmahlzeit Obst mitbringen.
Seit die Kids vor Jahren in die Schule eingetreten sind, ernähren sie sich in den Pausen von Zucker- und Fettbomben: Die einen Mütter geben ihnen Pizzette mit Cola mit, die anderen setzen auf Öl-triefende Focaccia mit Eistee oder auf Chips mit gezuckerten Säften...
Durchaus: Die Sommermonate haben ihren Reiz. Doch wenn all die Sonnenanbeter in Vergnügungslaune an die Küste schwappen, dann gleicht Ligurien einer Affäre auf Raten: Zwei, drei Wochen pro Jahr begehrt man es. Das mag sexy sein, aber bis zum Herz reicht so eine Liaison nicht...
Sie pilgern von einer Vernissage zur nächsten, von Event zu Event; sie treffen wichtige Leute, erledigen wichtige Dinge – in ihrer Stadt, dem Zentrum der Welt.
Meine Stadt war mal Zürich, die kleine Weltstadt, die alles zu bieten hat, bloss kein Meer. Nun lebe ich am Meer, in einem Provinznest...
Wir kennen das vom Sport her: Wenn die einen jubeln, jammern die anderen. Keine Gewinner ohne Verlierer. So verhält sich das nun auch mit dem Schulbeginn, der in diesen Tagen in Italien ansteht. „Uffa, die Schule...!“ jammern sie nun millionenfach, die Schulkinder.

