Berichte von Sigurd Evers
Der Flaneur im azurblauen Anzug
Die Figur des Flaneurs ist eigentlich eine großstädtische Figur; ein philosophischer Spaziergänger des sporadischen Blicks, der nichts vorfindet, sondern entdeckt. Nun hat myliguria mit Sigurd Evers einen ligurischen Spaziergänger und Entdecker gewonnen. Weiter...
Wenn junge Italiener etwas unkonventionell und cool finden, dann sagen sie neuerdings gerne: "Molto berlinese". Damit ist gemeint: Querdenken, etwas Ambitioniertes auf die Beine stellen, eben alles was nicht mit dem jahrzehntelangen kulturellen Stillstand der Berlusconi-Ära identifiziert wird... |
|
Mit dieser provokanten Aussage hat der in Italien bekannte Schriftsteller und Journalist Maurizio Maggiani in der ligurischen Tageszeitung "Il Secolo XIX" die Debatte über die kulturellen und politischen Konsequenzen aus der Überschwemmungskatastrophe in den Cinque Terre begonnen... |
|
Vor einiger Zeit verschlug es mich zur Osterzeit in das kleine Dörfchen Costarainera an die Ponente-Küste Liguriens. Es döst bei San Lorenzo al Mare hoch über dem Meer aus der Zeit gefallen vor sich hin. Der Kirchenkalender hatte Ostern in diesem Jahr in die gefühlte Nähe zur Eiszeit gerückt... |
|
Was für ein Auftritt; die Türe der Trattoria flog auf und ein junger Mönch trat mit energischen Schritten ein. Er strahlte förmlich, als sei er gerade selig gesprochen worden. Ein Bär von einem Kerl, in brauner Kutte, schweren Wanderschuhen an den Füßen und einem riesigen Rucksack auf dem Rücken... |
|
Es ist jedes Mal ein Schauspiel. Man biegt am Ende der Gasse um die Ecke und steht unvermittelt vor ihm. Dem Meer. Die unerwartete Plötzlichkeit des Auftritts überrascht mich immer wieder. Eine nächtliche „Tramontana“ hat den Himmel auf Hochglanz geputzt... |
|
Flanieren macht hungrig. Das liegt in der Natur der Sache. Denn das absichtslose Umherschweifen verbraucht viel Denk-Energie. An einem Wintertag betrat ich daher hungrig wie ein Wolf („Ho fame da Lupo“) die Trattoria „Da Tapulin“ in Levanto. Die Gaststätte wird von den sympathischen Wirtsleuten Di Viviani betrieben... |
|
Wenn man den steilen Treppenweg vom Meer heraufkommt, den kleinen Sportplatz passiert hat, taucht links am Ortsrand von Montaretto die „Casa del Popolo“ auf, die einzige ihrer Art in Italien. Ein Wallfahrtsort für jene Menschen, die hoffen, dass es noch ein anderes, zivilgesellschaftliches und solidarisches Italien geben muss... |
|
Wenn junge Italiener etwas unkonventionell und cool finden, dann sagen sie neuerdings gerne: "Molto berlinese". Damit ist gemeint: Querdenken, etwas Ambitioniertes auf die Beine stellen, eben alles was nicht mit dem jahrzehntelangen kulturellen Stillstand der Berlusconi-Ära identifiziert wird...
Mit dieser provokanten Aussage hat der in Italien bekannte Schriftsteller und Journalist Maurizio Maggiani in der ligurischen Tageszeitung "Il Secolo XIX" die Debatte über die kulturellen und politischen Konsequenzen aus der Überschwemmungskatastrophe in den Cinque Terre begonnen...
Es ist jedes Mal ein Schauspiel. Man biegt am Ende der Gasse um die Ecke und steht unvermittelt vor ihm. Dem Meer. Die unerwartete Plötzlichkeit des Auftritts überrascht mich immer wieder. Eine nächtliche
Flanieren macht hungrig. Das liegt in der Natur der Sache. Denn das absichtslose Umherschweifen verbraucht viel Denk-Energie. An einem Wintertag betrat ich daher hungrig wie ein Wolf („Ho fame da Lupo“) die Trattoria „Da Tapulin“ in Levanto. Die Gaststätte wird von den sympathischen Wirtsleuten Di Viviani betrieben...
Wenn man den steilen Treppenweg vom Meer heraufkommt, den kleinen Sportplatz passiert hat, taucht links am Ortsrand von Montaretto die „Casa del Popolo“ auf, die einzige ihrer Art in Italien. Ein Wallfahrtsort für jene Menschen, die hoffen, dass es noch ein anderes, zivilgesellschaftliches und solidarisches Italien geben muss...
